Montag, 26. August 2013

Vertrauen und Geduld oder alle Wege führen nach Rom

Bernice Zieba, Jan Zieba, Homeschool Blog, Homeschooling, Alle Wege führen nach Rom
Es gibt Momente im Homeschool-Leben, da denke ich: was tun wir da, ist es überhaupt vernünftig oder richtig...? Möchte mein Kind lieber zur Schule oder wäre ein Schulbesuch gar besser für sie? Vor wenigen Wochen hatte ich wieder so einen Moment des Zweifels. Doch gerade dann, als ich am stärksten zweifelte, bestätigte mir meine Tochter, dass wir auf dem richtigen Weg sind.
Alles was ich brauche ist Vertrauen und Geduld. Bei dieser Gegebenheit, ging mir auf, wie meine Tochter (mittlerweile 4. Klasse) zuhause die Möglichkeit hat in ihren Fähigkeiten und Interessen zu blühen. Ich weiss nicht mehr genau, was es war, aber ich konnte ihr zusehen, wie sie mit Freude und Eifer selbstständig und interessiert in einem "Lernfeld" eintauchte.

Wir Homeschooler sind doch irgendwie auf gewisse Reaktionen unserer Kinder sensibler eingestellt, weil wir gegen den Strom schwimmen und uns eventuell mehr exponiert fühlen. Deshalb muss eine Verstimmung des Kindes am Morgen oder irgend ein anderes auffälliges Benehmen nicht sogleich mit einem "Schul-Mangel" (das genauso oder vermehrt bei Schulkindern vorkommt) gedeutet werden.

Vertrauen und Geduld sind Eigenschaften die Eltern allgemein brauchen, die aber Homeschool-Eltern noch mehr kennenlernen und anwenden sollten. Wer Zuhause lernt, der braucht sich nicht nach dem Tempo des Lehrers oder der Klasse zu richten. Das ist ein Privileg aber auch etwas, das man vielleicht als Homeschool-Eltern, zumindest in der Anfangsphase leicht vergisst. Das Homeschool-Kind hat einen eigenen Rhytmus, ein eigenes Lerntempo und eigene Interessen und Stärken. Und da es zuhause lernt, hat das Homeschool-Kind in der Regel die Möglichkeit, sich freier zu entfalten. Diese Möglichkeit können wir voll nützen! Es muss nicht alles so erfüllen, als würde es im Klassenzimmer sitzen. Zuhause können wir Eltern uns mehr auf das Kind einlassen, uns mehr nach ihm richten. Das braucht manchmal Geduld und Vertrauen.

Wenn das Homeschool-Kind viel und gerne liest, lass es zu! Schreibt es momentan nicht gerne oder hat einfach eine Blockade? Gib ihm Zeit! Früher oder später, wird sich die Blockade von alleine lösen. Hat es Schwierigkeiten mit Mathe? Dann versuch es mit einem neuen Ansatz. Wechsle das Buch, spiele Schach oder finde ein nützliches Computerprogramm. Das lernende Kind muss nicht mit Lernmethoden geplagt werden, die ihm nichts ausser Frust und Ärger bringen. Das Homeschool-Kind sollte aber gefördert werden. Und dazu gibt es unzählige Wege! Die Kreativität und Fantasie der Eltern, die ihre Kinder ja gut kennen, können beim Homeschooling nun genutzt werden.

Jedes Kind ist einmalig, jede Familie ist einmalig. Es gibt kein Rezept, das für alle genau passt. Es gibt so viele verschiedene "Homeschool-Wege" wie es verschiedene Familien gibt! Und wie man so schön sagt, "alle Wege führen nach Rom".

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